Meldestelle-Bayern.de: freundlich - zuverlässig - kompetent - Service für Veranstalter & Reiter !
Nach den Ereignissen der letzten Tage und Wochen sehen auch wir uns in der Pflicht aufzuklären. Viel wurde geschrieben (insbesondere auf unserer Facebook Seite Meldestelle-Bayern.de" zum Thema Unterstützung und sportliche Solidarität von Seiten des Verbands zu den Veranstaltern.

Zum einen geht es um Turnierabsagen allgemein - zum anderen um die Gebührenpolitik.
Da wir aktuell leider einiges erleben mussten, ist eine Geschichte entstanden, die wir hier den interessierten Reitern nicht vorenthalten möchten. Die Screenshots als erklärende Beigabe zu den Ereignissen...

𝘿𝙞𝙚 𝙂𝙚𝙨𝙘𝙝𝙞𝙘𝙝𝙩𝙚 𝙫𝙤𝙢 𝙨𝙥𝙤𝙧𝙩𝙡𝙞𝙘𝙝 𝙛𝙖𝙞𝙧𝙚𝙣 𝙈𝙞𝙩𝙚𝙞𝙣𝙖𝙣𝙙𝙚𝙧 – 𝙤𝙙𝙚𝙧:
„𝙕𝙨𝙖𝙢𝙢𝙝𝙤𝙞𝙙𝙣“ 𝙫𝙚𝙧𝙨𝙩𝙚𝙝𝙩 𝙟𝙚𝙙𝙚𝙧 𝙖𝙣𝙙𝙚𝙧𝙨…

Die letzten Tage haben gezeigt, dass die aktuelle Situation im bayerischen Reitsport wohl nicht nur im Sinne des sportlich fairen Miteinanders steht. Denn offenbar versteht diesen Ausdruck nicht jeder gleich.

Durch die vielen Turnierabsagen seit Beginn der Saison gab es die große Hoffnung, an Pfingsten endlich wieder das erste bayerische Turnier in Straubing stattfinden lassen zu können. Wie das endete, ist allen Lesern und Freunden unserer Seite bekannt.

Der Veranstalter war bis zuletzt voller Hoffnung und die Reiter zeigten enorme Unterstützung in vielerlei Hinsicht: Angebote von Sponsoring und Hilfe, Aufstellen von Konzepten, Besorgen von Material und vieles mehr. Viel Unverständnis machte sich nach der Absage dann breit, da sich Reiter und Veranstalter (nicht nur der aktuell betroffene) allein gelassen fühlten vom zuständigen Landesverband.

Wir als Meldestellenteam verstehen das – auch wir können die große Enttäuschung sehr gut nachvollziehen. Die Gründe dafür liegen NICHT nur in der offensichtlich fehlenden Unterstützung. Daneben soll ein Verein, der sein Turnier wegen der aktuellen Situation absagen musste, die VOLLSTÄNDIGEN Ausschreibungsgebühren zahlen. Die ersten Mahnungen sind bereits bei den Vereinen.
Bereits Anfang April (6.4.2020) habe ich daher an die oberen Vertreter der Landeskommision für PLS in Bayern geschrieben und um ein Überdenken gebeten. (siehe folgender Screenshot).


Resonanz? Ein großes Dankeschön von den Veranstaltern – von der LK? Erstmal Null.

Am 24.4.2020 habe ich erneut nachgefragt, um eine Stellungnahme gebeten und erneut an das sportliche Miteinander in diesen Zeiten appelliert. Parallel wurden auch von den Veranstaltern teilweise Anstrengungen unternommen, an die LK zu Schreiben mit der Bitte um Reduzierung der in Rechnung gestellten Gebühren. (Wir sprechen hier übrigens von mehreren hundert Euro pro Turnier, teilweise im hohen dreistelligen Bereich, je nach Größe und Dauer der PLS).

Immerhin am 4.5.2020 habe ich dann doch schon eine Antwort erhalten. (siehe folgender Screenshot)



Verwunderlich bei dieser Antwort sind mehrere Dinge:

1. Uns ist nicht bekannt, wie viele Meldestellen der Beantworter unseres Schreibens schon vorbereitet und durchgeführt hat – aber dass unser eigentlicher Aufwand vom Meldestellen-Team erst am Turnier beginnt ist faktisch schlichtweg falsch. Angefangen von der Terminplanung über die Erstellung, Prüfung und Korrekturen der Ausschreibungen, die Vorbereitung und Pflege der Homepage und Facebook Seite, die Gästeliste für jedes einzelne Turnier, die vielen Anfragen per Email, Telefon, Whatsapp und Messenger von Reitern und Veranstaltern, Planung von Schleifen, Protokollen und Geldbedarf, Teilen von Prüfungen, die Zeit- und Richtereinteilung, Einlesen und Bearbeiten der Torisdaten, und schließlich das Managen der Nennung-Online Daten – all das und noch einiges mehr findet VOR jedem Turnier statt! Und selbst durch die aktuell bedingten Absagen sind bereits einige dieser Leistungen erfolgt.

2. Die genannten Anmelde- und Absagegebühren die erlassen werden: Bei den Anmeldegebühren wurden bisher meines Wissens maximal 50% erlassen, das entspricht € 53,50. Trotz dieser „großzügigen“ Geste fallen beispielsweise für ein durchschnittliches 2-Tagesturnier trotzdem noch Gebühren von rund 400 – 450,-€ an! Der Hinweis auf die nicht berechneten Absagegebühren ist meines Erachtens ohnehin nicht tragbar, da die Turniere ja abgesagt werden MUSSTEN! (Entspricht in etwa dem Hinweis zu Beginn der Krise, indem auf LK Gebühren verzichtet wurden – die ohnehin nicht angefallen sind… )

3. Am meisten verwundert die Tatsache, dass manche Veranstalter einen größeren Teil der Gebühren erstattet bzw. als Gutschrift erhalten, manche lediglich die genannten 53.50€ und manche aber gar nichts? Es sollte doch hier auch gleichberechtigt JEDER betroffene Veranstalter AUTOMATISCH eine Gutschrift erhalten?!

4. Der Hinweis, dass die Aufwendungen der Mitarbeiter zu leisten sind – wenn bei der aktuellen Situation der Kurzarbeit – die wohl auch die LK betrifft – werden 60 bzw 67% ausbezahlt – aber von den Veranstaltern der volle Betrag verlangt? Dass ein gewisser Ausgleich nötig und auch sinnvoll ist bestreitet niemand – die Frage ist aber eben in welcher Höhe - auch hier fehlt die solidarische Unterstützung der Veranstalter durch den Verband mit der genannten Vorgehensweise.

5. Generell wäre zu überdenken, ob die Kosten und damit Gebühren vielleicht insgesamt niedriger gehalten werden könnten, wenn zum Beispiel die für das Jahr 2020 angemessene technische Möglichkeiten verwendet werden würden, die eine zeitliche Ersparnis begünstigen. Als Beispiel möchten wir hier die Korrekturfahnen der Ausschreibung nennen: Diese werden von der LK mit handschriftlichen (!) Hinweisen versehen, gescannt und als PDF an Veranstalter bzw. Meldestelle gesendet zur Überprüfung – mit dem Hinweis, dass Änderungen mit „deutlich erkennbaren Korrekturen am Rand“ erfolgen müsse (also ggfs. auch wieder handschriftlich).

6. Was zu alldem am allerwenigsten zu verstehen ist: Wenn ein Veranstalter das Risiko eingeht und das Turnier zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal anmelden möchte (zum Beispiel Ende September /Oktober mit wesentlich schlechteren, da unsicheren Bedingungen bzgl. Durchführbarkeit, Wetter, Teilnehmerbereitschaft etc.) – dann sollen für die gleiche Ausschreibung NOCH EINMAL 50% der Kosten anfallen? Für das Ändern eines, nein zweier Datumszahlen und erneutes Hochladen?

Spätestens bei Punkt 6 hört jedwedes Verständnis dieser Vorgehensweise auf – und zwar nicht nur bei uns als Meldestellen-Team oder bei Veranstaltern – auch Reiter können dies nicht nachvollziehen (das können wir nach vielen geführten Gesprächen so durchaus beurteilen).

Eine weitere Frage, die sich stellt: Warum dürfen Traber seit Mitte Mai bereits wieder „Leistungsprüfungen“ abhalten? Auch für Amateure übrigens. Angeblich, weil diese unter der Sparte „Zucht“ laufen und nicht wie Reitturniere unter „Sport“ – wäre das nicht auch Verbandsaufgabe (gewesen im Vorfeld) hier entsprechend (vorausschauend) zu handeln?

Wenn uns dann von oberer Stelle des Verbands außerdem ein Anruf erreicht eines Herrn, der uns darauf hinweist dass eine Stellungnahme eines (wie wir meinen zu Recht enttäuschten und sich nicht unterstützt fühlenden) Veranstalters falsch sei (wurde mittlerweile hinlänglich dargelegt und nachvollziehbar dokumentiert); dass wir, wenn wir mit Hinweis darauf, auf unsere Aufwendungen zu verzichten aus Solidarität zu den Veranstaltern, ja „nur“ ein kleines Unternehmen seien und keine Behörde; dass wir das alles generell falsch verstehen wenn wir die Veranstalter Meinung unterstützen; dass wir noch viel lernen müssten und uns schließlich und endlich auch noch Inkompetenz unterstellt wird (nach 23 Jahren Meldestellenerfahrung ist das schon eine Aussage…) - um daraufhin „ganz konstruktiv“ plötzlich aufzulegen – da muss man sich schon fragen wer auf welcher Seite steht. Von der Art und Weise will ich hier nicht reden. Agieren vom hohen Ross herunter führt durchaus auch manchmal zu einem hohen Fall… (Jener „Herr“ hat sich kürzlich auch bereits an anderer Stelle mit wenig Ruhm bekleckert – in Bezug auf das Reitunterricht Dilemma – das aber nur nebenbei, Insider werden den Vorgang ohnehin kennen).

Wir möchten ausdrücklich betonen, dass sich unsere Kritik keinesfalls auf die Mitarbeiter/innen im Büro der LK bezieht - mit denen die Zusammenarbeit seit Jahren auf freundlicher, konstruktiver und zuverlässiger Basis erfolgt.

Vielmehr fragen und erhoffen wir uns nach den vielen Gesprächen, Briefen und Nachrichten der letzten Wochen, ob ein generelles Überdenken der Verbandsarbeit noch aufgeschoben werden kann. Dass dies auch im großen Interesse der Reiter liegt, zeigt uns die enorme Reichweite der Beiträge in den letzten Tagen: Allein über 7000 Leser hat die Stellungnahme des Veranstalters auf unsere FB Seite erreicht!

Um mit den einleitenden Worten der Stellungnahme eines Veranstalters zu Enden: Wir wollen nicht streiten! Letzten Endes sind die aktiven Turnierreiter und die Veranstalter diejenigen, die das Geld für den Verband herbei schaffen – folglich sollte auch in deren Sinne kooperativ sichtbar und verständlich agiert werden. Wir möchten Verband, Reiter und Vereine gemeinsam miteinander und füreinander- und nicht gegeneinander arbeiten sehen.

Und „Zsammhoidn“ sollte sich auf den sportlich fairen Zusammenhalt beziehen – und nicht aufs Geld des Verbands!
Das gemeinsame Ziel sollte sein die bayerische Turnierszene zu erhalten und zu fördern - wir tragen unseren Teil als Team der Meldestelle-Bayern.de gern dazu bei - erwarten dies ebenso wie Reiter und Veranstalter aber insbesondere auch vom übergeordneten Verband.

In diesem Sinne - hoid ma zsam!
🐴Meldestelle-Bayern.de